Idol in Flammen

Veröffentlicht am 26. April 2026 um 19:47

von Rin Usami

Mein Leseeindruck:

Der Roman "Idol in Flammen" setzt sich auf besondere Weise mit der Fan-Kultur in der J-Pop-Welt auseinander. Der kurze Text hat mir gefallen und hat mir einen Einblick in die gegenwärtige japanische Gesellschaft gewährt.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Akari erzählt. Akari ist unsicher und orientierungslos. Sie hat eine Lernschwäche und kann den Erwartungen ihrer Mutter, der Schule und Gesellschaft nicht entsprechen. Akari lebt mit ihrer Schwester und ihrer Mutter zusammen, verspürt aber wenig familiären Zusammenhalt. Die Verbundenheit und Liebe spürt sie in ihren Träumereien zu ihrem Idol Masaki, einem Mitglied einer Popband. Sie flüchtet sich in diese Parallelwelt. Die Schülerin kauft Unmengen an CDs, Konzerttickets und Fanartikeln von ihrem Idol, weil sie sich davon ein wenig Nähe zu ihm verspricht. Sie schreibt in ihrem Blog über ihren Star und tauscht sich mit anderen extremen Fans aus.

Als Masaki vorgeworfen wird, einen Fan geschlagen zu haben, bleibt Akari obsessiv, auch, wenn sie damit ihrer Gesundheit schadet. Als Masaki in Folge des Vorwurfs aus dem Rampenlicht verschwindet, gerät Akaris Welt aus den Fugen. Akari fällt ohne die parasoziale Beziehung zu ihrem Idol in tiefe Verzweiflung und Trauer.

Ein kurzer, melancholischer und psychologischer Text über die Einsamkeit eines Teenagers, die in ihrem Idol einen Rettungsanker sucht, der ihr im echten Leben fehlt um mit dem Leistungsdruck klarzukommen. 

Idol in Flammen von Rin Usami, übersetzt von Luise Steggewentz, 128 Seiten, Kiwi Verlag

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