Im Licht der Lofoten

Veröffentlicht am 26. April 2026 um 12:23

von Sophie van der Linden

Mein Leseeindruck:

„Im Licht der Lofoten“ ist ein ruhiger, atmosphärisch dichter Roman, der mich mit in eine raue, zugleich faszinierende Welt im hohen Norden nimmt.

Im Winter 1930 reist die schwedische Malerin Anna Boberg (1864–1935) allein auf die Lofoten, eine einsame Inselgruppe in Norwegen. Jedes Jahr verbringt sie einen Winter in einer einsamen Holzhütte um das besondere arktische Licht auf Leinwand zu bannen. 

Der Lesende begleitet die Malerin bei ihrer Reise, Ankunft in der Hütte und bei ihren Vorbereitungen für den Winter, dabei schweift sie immer wieder in Gedanken ab. Dabei erfährt man mehr über ihr Leben, vor allem mit ihrem Mann,

dem Architekten Ferdinand Boberg, der ihr auch ihr Atelier auf den Lofoten gebaut hat.

Schon nach wenigen Seiten wird deutlich, das ist nicht nur ein Reisebericht , sondern es wird eine fasziniernde Atmosphäre transportiert. Die raue atemberaubende Kulisse der Lofoten wird in einer eindrucksvollen, beinahe malerischen Sprache gezeichnet. Wind, Schnee, Meer und Licht und besonders das titelgebende nordische Licht konnte ich vor meinem inneren Auge während des Lesens sehen. Das Lesen war für mich entschleunigend, was hervorragend zur der Kulisse passt.

Die Malerin kannte ich nicht, auf den letzten Seiten ist ein Gemälde abgedruckt, dass die Malerin auf den Lofoten gemalt hat. Das hat das Leseerlebnis für mich abgerundet.

Sophie van der Linden zeichnet bildgewaltig das Portrait einer mutigen Frau in den 30er-Jahren, die ihrer eigene inneren Stimme folgt - gegen die Konventionen ihrer Zeit.

Wer sich auf dieses atmosphärische, stille Portrait einer selbstbestimmten Frau einlässt, wird mit einer eindrucksvollen Reise in eine besonders atemberaubende  Landschaft belohnt.

Vielen lieben Dank an @netgalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Im Licht der Lofoten, Sophie van der Linden, übersetzt von Verena Ludorff, 128 Seiten, mareVerlag

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