Idol in Flammen

von Rin Usami

Mein Leseeindruck:

Der Roman "Idol in Flammen" setzt sich auf besondere Weise mit der Fan-Kultur in der J-Pop-Welt auseinander. Der kurze Text hat mir gefallen und hat mir einen Einblick in die gegenwärtige japanische Gesellschaft gewährt.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Akari erzählt. Akari ist unsicher und orientierungslos. Sie hat eine Lernschwäche und kann den Erwartungen ihrer Mutter, der Schule und Gesellschaft nicht entsprechen. Akari lebt mit ihrer Schwester und ihrer Mutter zusammen, verspürt aber wenig familiären Zusammenhalt. Die Verbundenheit und Liebe spürt sie in ihren Träumereien zu ihrem Idol Masaki, einem Mitglied einer Popband. Sie flüchtet sich in diese Parallelwelt. Die Schülerin kauft Unmengen an CDs, Konzerttickets und Fanartikeln von ihrem Idol, weil sie sich davon ein wenig Nähe zu ihm verspricht. Sie schreibt in ihrem Blog über ihren Star und tauscht sich mit anderen extremen Fans aus.

Als Masaki vorgeworfen wird, einen Fan geschlagen zu haben, bleibt Akari obsessiv, auch, wenn sie damit ihrer Gesundheit schadet. Als Masaki in Folge des Vorwurfs aus dem Rampenlicht verschwindet, gerät Akaris Welt aus den Fugen. Akari fällt ohne die parasoziale Beziehung zu ihrem Idol in tiefe Verzweiflung und Trauer.

Ein kurzer, melancholischer und psychologischer Text über die Einsamkeit eines Teenagers, die in ihrem Idol einen Rettungsanker sucht, der ihr im echten Leben fehlt um mit dem Leistungsdruck klarzukommen. 

Idol in Flammen von Rin Usami, übersetzt von Luise Steggewentz, 128 Seiten, Kiwi Verlag

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Im Licht der Lofoten

von Sophie van der Linden

Mein Leseeindruck:

„Im Licht der Lofoten“ ist ein ruhiger, atmosphärisch dichter Roman, der mich mit in eine raue, zugleich faszinierende Welt im hohen Norden nimmt.

Im Winter 1930 reist die schwedische Malerin Anna Boberg (1864–1935) allein auf die Lofoten, eine einsame Inselgruppe in Norwegen. Jedes Jahr verbringt sie einen Winter in einer einsamen Holzhütte um das besondere arktische Licht auf Leinwand zu bannen. 

Der Lesende begleitet die Malerin bei ihrer Reise, Ankunft in der Hütte und bei ihren Vorbereitungen für den Winter, dabei schweift sie immer wieder in Gedanken ab. Dabei erfährt man mehr über ihr Leben, vor allem mit ihrem Mann,

dem Architekten Ferdinand Boberg, der ihr auch ihr Atelier auf den Lofoten gebaut hat.

Schon nach wenigen Seiten wird deutlich, das ist nicht nur ein Reisebericht , sondern es wird eine fasziniernde Atmosphäre transportiert. Die raue atemberaubende Kulisse der Lofoten wird in einer eindrucksvollen, beinahe malerischen Sprache gezeichnet. Wind, Schnee, Meer und Licht und besonders das titelgebende nordische Licht konnte ich vor meinem inneren Auge während des Lesens sehen. Das Lesen war für mich entschleunigend, was hervorragend zur der Kulisse passt.

Die Malerin kannte ich nicht, auf den letzten Seiten ist ein Gemälde abgedruckt, dass die Malerin auf den Lofoten gemalt hat. Das hat das Leseerlebnis für mich abgerundet.

Sophie van der Linden zeichnet bildgewaltig das Portrait einer mutigen Frau in den 30er-Jahren, die ihrer eigene inneren Stimme folgt - gegen die Konventionen ihrer Zeit.

Wer sich auf dieses atmosphärische, stille Portrait einer selbstbestimmten Frau einlässt, wird mit einer eindrucksvollen Reise in eine besonders atemberaubende  Landschaft belohnt.

Vielen lieben Dank an @netgalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Im Licht der Lofoten, Sophie van der Linden, übersetzt von Verena Ludorff, 128 Seiten, mareVerlag

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Wedding People

von Alison Espach

Mein Leseeindruck:

Alison Espach erzählt in The Wedding People eine lebensbejahende, warmherzige und humorvolle Geschichte über Verlust, Einsamkeit, Neuanfänge und die unerwarteten Begegnungen, die uns manchmal genau im richtigen Moment auffangen.

Im Mittelpunkt steht Phoebe, die eigentlich mit ihrem Leben abgeschlossen hat. Nach dem Ende ihrer Ehe und einer aussichtslosen Karriere als Dozentin für englische Literatur an einem College, beschließt sie ihr Leben zu beenden. Sie will im "Cornwall Inn", weit weg von ihrem Zuhause, sich noch ein letztes Abendessen gönnen und dann landet sie ausgerechnet in einem luxuriösen Hotel voller Hochzeitsgäste.

Was zunächst nach einer eher ungewöhnlichen Ausgangssituation klingt, entwickelt sich schnell zu einer sehr netten Geschichte mit Situationskomik, skurrilen und überzeichneten Situationen und erstaunlich präzisen Beobachtungen. Alison Espach erzählt stellenweise mit intelligentem Witz, der ganz britisch wirkt. Da kann man glatt vergessen, dass die Autorin Amerikanerin ist.

Die Geschichte ist ruhig und feinfühlig erzählt mit einer Prise Humor, die die ernsteren Themen immer wieder auflockert.

Die Figuren wirken echt. Sie sind nicht perfekt, nicht immer sympathisch, aber genau deshalb so greifbarer.

Die Handlung entfaltet sich gemächlich. Es geht weniger um große Wendungen sondern um das langsame Begreifen, dass das Leben auch weitergeht, oft anders als geplant.

Gestört hat mich, dass die Protagonistin natürlich einen rettenden Mann zur Seite gestellt bekommt. Erfreulicherweise nicht ganz so plump erzählt, aber trotzdem für mich ein Punkt, der mich gestört hat.

Man bekommt eine hoffnungsvolle Geschichte mit etwas Tiefgang, die mir aber wenig im Kopf geblieben ist.

 

Wedding People von Alison Espach, übersetzt von Verena Ludorff, Lübbe Verlag, 480 Seiten

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Malnata

von Beatrice Salvioni

Mein Leseeindruck:
„Alle nannten sie die Malnata, die Unheilbringende, und niemand konnte sie leiden.
Ihren richtigen Namen zu sagen brachte Unglück, denn sie war eine Hexe, eine von denen, die dir den Tod einhauchen. Sie hatte den Teufel im Leib, und ich sollte auf keinen Fall mit ihr sprechen.“

Mit Malnata schreibt Beatrice Salvioni einen bemerkenswerten Debütroman. Verankert im katholischen Norditalien der 1930er-Jahre erzählt der Text von Freundschaft, Erwachsenwerden, Selbstbestimmung und dem Aufbegehren gegen gesellschaftliche Erwartungen.

Im Mittelpunkt steht die schüchterne Ich-Erzählerin, die in einem streng katholischen, von Konventionen geprägten Umfeld aufwächst. Francesca hat gelernt, dass Mädchen sich zu benehmen haben, brav zu sein und sich auf ihre zukünftige Rolle als Ehefrau vorzubereiten. Ihr Leben verändert sich grundlegend, als sie Maddalena begegnet – genannt Malnata.
Malnata ist wild, furchtlos, unangepasst und eine Außenseiterin, die in prekären Verhältnissen aufwächst. Während das Dorf sie meidet und verurteilt, fühlt sich die Erzählerin zu ihr hingezogen. Besonders ist die Art, wie die Autorin die Entwicklung dieser ungewöhnlichen Freundschaft erzählt. Durch Francescas Perspektive erleben wir, wie sich ihre Sicht auf die Welt langsam verändert.
Besonders gut hat mir die Atmosphäre gefallen. Die italienische Kleinstadt, die Hitze des Sommers, die religiösen Rituale und die starren sozialen Hierarchien werden so lebendig geschildert, dass man sich schnell mitten im Geschehen wiederfindet. Gleichzeitig sind die 1930er-Jahre geprägt vom aufkommenden Faschismus, und auch wenn dieser nicht permanent im Vordergrund steht, beeinflusst er doch spürbar das Leben der Figuren.

Auch wenn mir das Ende nicht gefallen hat, überlege ich den zweiten Teil der Geschichte auch noch zu lesen. Mit "Malacarne" wird am 29. April eine Fortsetzung der Freundschaftsgeschichte veröffentlicht.

 

Malnata von Beatrice Salvioni, übersetzt von Anja Nattefort, Klett-Cotta Verlag, 272 Seiten

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Die Rettung

von Charlotte McConaghy

Mein Leseeindruck:

In "Die Rettung" befasst sich Charlotte McConaghy mit Umweltthemen. Eine fiktive einsame Insel zwischen Australien und der Antarktis droht auf Grund des Klimawandels und des daraus resultierenden Meeresspiegelanstiegs unterzugehen. Auf der Insel befindet sich eine kleine Forschungsstation, ein Leuchtturm und ein Saatgutbunker. In diesem Bunker sind Samen vieler seltener Pflanzen der Welt eingelagert.

Im Mittelpunkt steht Dominic Salt, der mit seinen drei Kindern auf dieser abgelegenen Insel lebt. Die kleine Forschungsstation dort wird bald aufgegeben, denn das Meer steigt und das Wetter auf der Insel wird immer unberechenbarer. Doch bevor die Familie das Eiland endgültig verlassen kann, wird in einer Sturmnacht eine schwer verletzte Frau an die Küste gespült.

Was mir an dem Roman gefallen hat, ist vor allem seine Atmosphäre. Die Autorin erzählt von einer Landschaft, die gleichermaßen wunderschön und bedrohlich wirkt. Das tosende Meer, die steilen Klippen, die Tierwelt und die Einsamkeit der Insel werden lebendig beschrieben.

Auch die Figuren tragen viel zur Intensität der Geschichte bei. Erst nach und nach erfährt der Lesende die Geschichten der Figuren. Dominic, der Vater, der versucht, seine Kinder zu schützen und ihnen gleichzeitig Freiheit zu lassen. Die drei Geschwister wiederum haben ganz eigene Wege, mit der Isolation der Insel und der nahenden Veränderung umzugehen. Mit der geheimnisvollen Fremden entsteht schließlich eine Dynamik, die das fragile Gleichgewicht der Familie ins Wanken bringt. Auf die Liebesgeschichte im Text hätte ich gut verzichten könnten.

Ein atmosphärischer Roman über Familie, Natur und moralische Entscheidungen. Irgendetwas zwischen Naturroman, Krimi und Familiengeschichte.

Die Rettung Von Charlotte McConaghy, übersetzt von Jan Schönherr, S.Fischer Verlag, 368 Seiten

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Meter pro Sekunde

von Stine Pilgaard

Mein Leseeindruck:
Das Buch hat mich lesend nach Dänemark entführt. Eine junge Mutter zieht mit ihrem Partner nach Westjütland und führt die Lesenden in den Mikrokosmos der dänischen Volkshochschule ein. Der Partner arbeitet an der Volkshochschule mit jungen Erwachsenen und die Protagonistin lebt mit ihrem Mann und Sohn auf dem Schulgelände. Sie arbeitet bei der Lokalzeitung und beantwortet dort Briefe des Kummerkastens. Die Ich-Erzählerin hat mich mitgenommen in ihren Alltag mit kleinen und großen Problemen. Depressive Verstimmungen, Mutterschaft, dem Leben in der Fremde und die Führerscheinprüfungen dominieren inhaltlich den Text. Einen großen Knall oder Plot gibt es in der Geschichte nicht, aber ein paar gute selbstironische und witzige Sätze und Passagen.
Ein Lob geht an den Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel, der auch die dänischen Lieder im Text ins Deutsche überträgt und sogar Vergleichsmelodien nennt.
Leider hat mich der Text wenig überzeugen können.

Meter pro Sekunde von Stine Pilgaard, übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel, Kanon Verlag, 256 Seiten

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Wo das Eis niemals schmilzt

von Inkeri Markkula

Mein Leseeindruck:

Der Roman „Wo das Eis schmilzt“ von Inkeri Markkula ist eine ruhige, einfühlsame und gut beobachtete Erzählung über Klimawandel, familiäre Beziehungen, Zwangsassimilation der Inuit und die Suche nach der eigenen Identität.

Vor der eisigen, oft rauen nordischen Baffin Bay in Kanada erzählt die Autorin von inneren Konflikten, die aufbrechen und Veränderungen möglich machen.

Der Roman wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Der Text beginnt mit der jungen Gletscherforscherin Unni. Sie reist nach Kanada um den Rückgang des Penny-Gletschers auf Grund des Klimawandels zu dokumentieren. Sie stammt aus dem Volk der Sami und musste bereits als Kind ihre Heimat im Norden Finnlands erlassen.

Sie reist aber auch zurück an die Baffin Bay um Jon zu finden. Einen geheimnisvollen jungen Mann, der auf der Suche ist - wonach, das müsst ihr selbst entdecken. Die beiden verbringen eine kurze, leidenschaftliche Zeit miteinander bevor Unni wieder zurück nach Helsinki muss.

 

Begeistert haben mich die wunderschönen Landschaftsbeschreibungen. Die Autorin findet eine Sprache, einen regelrecht eintauchen lassen in diese überwältigende Natur der Baffininsel.

Die Sprache des Romans ist eher ruhig und zurückhaltend, passt jedoch hervorragend zur Atmosphäre der Geschichte. Die Autorin arbeitet viel mit Bildern aus der Natur, vor allem mit dem Motiv des Eises. Diese Stimmung wird mir sicherlich lang im Gedächtnis bleiben. Gleichzeitig erfahren die Lesenden viel über den Klimawandel in hohen Norden. Die Autorin webt ihr gut recherchiertes Wissen gekonnt in den Roman ein ohne belehrend zu wirken. Das hat mich sehr begeistert.

Trotz der vielen schweren Themen ist die Geschichte hoffnungsvoll und leicht erzählt.

Auch wenn zum Ende viele Zufälle zusammenkommen, eine Geschichte, die ich sehr mochte und daher gerne weiterempfehle!

 

Wo das Eis niemals schmilzt von Inkeri Markkula, übersetzt von Stefan Moster, MareVerlag, 320 Seiten

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Das dritte Licht

von Claire Keegan

Mein Leseeindruck:

Eine wundervolle und leise Novelle über Zuhause und Familie.

Die Ich-Erzählerin ist ein kleines Mädchen, das seinen Sommer bei entfernten Verwandten verbringt, wo es staunend Nähe, Unterstützung und Zuneigung von ihren Pflegeeltern erfährt. Diesen Umgang kennt sie von ihren leiblichen Eltern nicht. Im Laufe der Geschichte stellt sich heraus, was mit dem Sohn des Paares geschehen ist.

Die Beschreibungen und Beobachtungen des kleinen Mädchens sind eindrücklich, authentisch, zart und fast poetisch. Ich kannte mit dem Mädchen wahrnehmen, fühlen und denken.

 

Ich bin total begeistert davon, was für eine großartige Geschichte Claire Keegan mit wenigen Worten und Text erzählt und wie sehr mich der Text berührt hat. Ich will unbedingt alles von der Autorin lesen.

Eine große Leseempfehlung!

 

Das dritte Licht von Claire Keegan, übersetzt von Hans-Christian Oeser, Steidl Verlag, 104 Seiten

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Das Haus über dem Fjord

von Kristin Valla

Mein Leseeindruck:

Das Haus über dem Fjord lag bei mir auf der RACHE des SUB und ich habe es endlich befreit.

Die Geschichte beginnt mit einer schmollenden Elin, die sich weigert, ein Kleid auf eine Familienfeier anzuziehen. Sie bleibt mit ihrer Mutter zu Hause, in einen abgelegenen Haus hoch über dem Fjord. Ihr Vater und ihre beiden älteren Brüder fahren. Auf dem Rückweg werden sie von einem Erdrutsch ins Meer gerissen und sterben.

 

20 Jahre später kommt Elin zurück in den Norden Norwegens um ihr Elternhaus nach dem Tod der Mutter Wencke zu verkaufen. Mittlerweile arbeite sie als Modejournalistin in  Oslo. Die Mutter hatte im Haus über dem Fjord alles aufgehoben und das Haus zum Museum gemacht. Ein geerbtes Haus, in dem die Protagonistin ein Geheimnis vermutet. Elin jedoch stößt tatsächlich auf rätselhafte Ereignisse kurz vor dem Tod ihres Vaters.

Und Elin spürt, dass sie dieses Geheimnis lüften muss, um endgültig mit sich und allem anderen ins Reine zu kommen.

Ein Romanklischee, ja, aber ein unerwartetes, das mich überrascht hat.

„Wer unsere Eltern wirklich waren, werden wir vielleicht nie erfahren. Aber wer sie für uns sind, entscheiden wir zum Glück selbst.“

 

In ihrem Heimatdorf begegnet sie ihrer ersten großen Liebe Ola. Einzig Ola, enger Freund ihres Bruders Vegard, schien als Jugendlicher einen Zugang  zu ihr und ihrer Trauer finden können.

Die norwegische Landschaft und der Bergbau nehmen einen größeren Raum in der Geschichte ein und die Naturbeschreibungen haben mir gut gefallen.

 

Die Geschichte entfaltet sich anfänglich sehr leise, etwas langatmig und fast zurückhaltend. Ab der Hälfe wurde die Erzählung  für mich spannender. Ich habe das Buch gerne gesehen, auch wenn das Ende sehr konstruiert erscheint.

Die Charaktere sind von der Autorin fein gezeichnet, mit einer spürbaren inneren Tiefe. Ihre Entwicklungen verlaufen nicht geradlinig, sondern realistisch und nachvollziehbar. Sprachlich fand ich das Buch sehr bodenständig und gut zu lesen.

 

Ein stiller Roman, der von Trauer, Neuanfängen, Selbstfindung und Familiengeheimnissen erzählt.

 

Das Haus über dem Fjord von Kristin Valla, übersetzt von Gabriele Haefs, MareVerlag, 320 Seiten

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Wo die Moltebeeren leuchten

Ulrika Lagerlöf

Mein Leseeindruck:

Der Roman hat mich in die dichten,  rauen Wälder Nordschwedens entführt. Zwischen Nadelbäumen, endlosen Weiten, kühlem Wind, Schnee und Rentieren erzählt der Roman die Geschichte zweier Frauen über Identität, Verlust, Neuanfänge und Liebe.

 

​Ich habe dieses Buch ausgewählt, da es von der Familiengeschichte der Autorin inspiriert wurde und die Geschichte aus zwei Perspektiven und Zeitebenen erzählt wird: aus der von Siv im Jahr 1938 und aus der von Eva im Jahr 2022.

 

Im Winter 1938 wird die siebzehnjährige Siv in die kalten, schneereichen und einsamen Wälder geschickt, um in einer Waldarbeiterhütte zehn Waldarbeiter zu bekochen. Siv hat große Ängste vor dem harten und entbehrungsreichen Leben -  allein mit zehn Männern in einer kleinen Hütte ohne Privatsphäre zu arbeiten. In der Abgeschiedenheit der nordischen Wälder kann sie autonom und eigenverantwortlich arbeiten und wird unabhängiger. Sie erlebt das erste Mal ein Gefühl von Freiheit.

Dort lernt sie auch den jungen Sami, Nila, kennen. Es entwickelt sich eine zarte Liebe entgegen aller gesellschaftlicher Normen. Die Abschnitte über Siv wirkten auf mich sehr eindrücklich, authentisch und bildhaft. Ich konnte mir das Leben in der Hütte gut vorstellen. Leider habe ich wenig über die indigene Bevölkerungsgruppe der Sami und deren Rentierhaltung erfahren.

Auf der anderen Zeitebene lernt der Lesende Eva kennen. Eva kommt aus dem Norden Schwedens und kehrt für einen Auftrag in ihr Heimatdorf zurück. Sie soll als Pressesprecherin eines Forstunternehmens die Proteste gegen die Abholzung der Wälder vor Ort befrieden. Denn die Waldflächen werden von der schwedischen Forstwirtschaft im Kahlschlag bewirtschaftet. 

Dabei muss sie sich mit ihrer Vergangenheit und ihrer eigenen Familiengeschichte auseinandersetzen. Schnell wird klar, dass Eva und Siv verwandt sein müssen. Es hat mir gut gefallen, etwas über die moderne Forstwirtschaft in Schweden zu erfahren. Die Geschichte von Eva konnte mich weniger begeistern. Siv mit ihrem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben hat mich mehr in den Bann gezogen.

Der Text ist ruhig, atmosphärisch und mit einer ganz eigenen Melancholie erzählt. Die Sprache ist einfach, zurückhaltend und voller Naturbeschreibungen. Das hat mir besonders gut gefallen.

 

Wo die Moltebeeren leuchten ist ein Roman für ruhige Lesestunden. Wer die Wälder des hohen Nordens liebt und sich für Familiengeschichten begeistert, sollte sich dieses Buch ansehen.

 

Der Roman ist der Auftakt einer Trilogie. Der zweite Teil der Geschichte erscheint im Mai: " Wo das Feuerkraut blüht" und der dritte Band "Wo das Herz des Waldes ruht" soll im Oktober diesen Jahres erscheinen.

 

Wo die Moltebeeren leuchten von Ulrika Lagerlöf, übersetzt von Maike Barth, Gutkind Verlag, 448 Seiten

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Miss Island

von Auður Ava Ólafsdóttir

Mein Leseeindruck:

Miss Island ist ein Roman über das leise Anderssein. Über den Wunsch, einer Frau gesehen zu werden als Schriftstellerin im Island der 1960er- Jahre. Hekla, die junge Frau, wächst in einem kleinen Dorf in Westisland auf. Ihr größter Traum ist es Schriftstellerin zu werden. Dazu zieht sie zu ihrem besten Freund nach Reykjavik.

Doch ihre Umwelt hat andere Vorstellungen davon, was ein gelungenes Leben für eine Frau bedeutet. Sie soll lieber an der Misswahl teilnehmen und sich danach einen Ehemann suchen. Hekla begegnet diesen Erwartungen nicht mit lautem Protest, sondern mit innerer Stärke und Beharrlichkeit. Die Autorin zeigt, wie begrenzend Rollenbilder sein können und wie viel Mut es braucht, sich ihnen zu entziehen.

Auður Ava Ólafsdóttir erzählt diese Geschichte mit viel Feingefühl, Humor und einer stillen Melancholie. Der Schreibstil ist klar, poetisch und voller feiner Beobachtungen.  Auch wenn mir der ruhige und beobachtende Schreibstil gut gefallen hat, hätte ich mir irgendwie mehr erwartet von dem Roman. Meine Erwartungen konnte der Text nicht erfüllen - muss er aber auch nicht.

Miss Island ist ein stiller, kluger Roman über Selbstbestimmung, Freundschaft und den Mut, den eigenen Weg zu gehen – auch wenn er nicht den Erwartungen anderer entspricht.

 

Miss Island von Auður Ava Ólafsdóttir, Insel Verlag, 239 Seiten

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Goldstrand

von Katerina Poladjan

Mein Leseeindruck:

Goldstrand ist kein Roman, den ich einfach so weglesen konnte. Es ist vielmehr eine Geschichte, die sich vielleicht langsam entfalten muss. Die Autorin erzählt von Erinnerungen, Herkunft und dem Versuch, die eigene Vergangenheit zu begreifen.

Im Mittelpunkt steht der bulgarische Schwarzmeerort Goldstrand, einen Ort, der für viele Urlaubsidylle war, in der Gegenwart eher baufällig und ein Ort der Erinnerungen an bessere Tage ist.

In dem Text erzählt von Eli, der wiederum seine Familiengeschichte erzählt. Alles etwas surreal und für mich schwierig zu verstehen.

Gefallen hat mir der ruhige und schöne Schreibstil der Autorin. Poladjans Sprache ist klar, poetisch und oft sehr verdichtet. Vieles bleibt aber unausgesprochen. Die Figuren wirken dabei distanziert.

Goldstrand ist ein stiller, anspruchsvoller Roman über Erinnerung, Identität und das Erbe der Vergangenheit, der mich ratlos und etwas verwirrt zurückgelassen hat.

 

Goldstrand von Katerina Poladjan, S. Fischer Verlag, 160 Seiten

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Im Herzen der Katze

von Jina Khayyer

Mein Leseeindruck:

Schockiert liest die Protagonistin vom Tod der Iranierin Jina Mahsa Amini 2022 und beobachtet die landesweiten Proteste im Iran, die der Tod der jungen Frau ausgelöst haben. Sie selbst befindet sich in Paris, ihre Schwester und Nichte leben im Iran und schließen sich den Protesten an.  Jina ist besorgt um ihre Verwandten, die an den illegalen Demonstrationen für die Frauenrechte teilnehmen.

Die Ich-Erzählerin erinnert sich an ihren Besuch im Jahr 2000 im Iran und die Eindrücke während ihrer Rundreise durch das Land. Als Leserin habe ich diese Reise begleitet und viele Eindrücke über das Land sind mir im Gedächtnis geblieben. Jina Khayyer schreibt in bildgewaltigen und eindrücklicher Sprache.  In ihrem autofiktionalem Debütroman Im Herzen der Katze erzählt Jina Khayyer poetisch, zart und schonungslos.

Die Atmosphäre schwankt zwischen farbenfrohen, intensiven und nostalgischen Erinnerungen an die Heimat und tiefem Schmerz über Unrecht und den brutalen politischen Umwälzungen in ihrem Heimatland. Der Text erzählt ehrlich und direkt von den brutalen politischen Geschehnissen im Iran.

Ein gefühlvoller und erschütternder Roman über Identität, Zugehörigkeit und dem Wunsch nach Selbstbestimmung.

Am Ende habe ich hoffnungsvoll gestimmt das Buch zugeschlagen wegen der Poesie und des Mutes, mit dem Jina Khayyer all das erzählt.

Ein Aufruf an die Menschlichkeit, Empathie, den familiärer Zusammenhalt und gegen das Vergessen.

Das Buch kann man kostenlos in der ARD-Audiothek hören.

Eine Leseempfehlung!

 

Im Herzen der Katze von Jina Khayyer, Suhrkamp Verlag, 253 Seiten

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E

von Jehona Kicay

Mein Leseeindruck:

Der Text von Jehona Kicaj beginnt mit einem abgebrochenen Zahnsplitter im Mund. Die Ich-Erzählerin knirscht mit den Zähnen und die Kiefergelenke knacken dabei. Wir begleiten die junge Frau bei ihren Besuchen beim Zahnarzt und darum entfaltet sich bruchstückhaft die Geschichte.

In Rückblenden werden blitzlichtartig Erinnerungen aus der Kindheit und Jugend der Ich-Erzählerin geteilt. Sie flüchtet mit ihrem Eltern aus dem Kosovo und ringt mit dem Spracherwerb und dem Einleben in Deutschland. Sie erlebt Ausgrenzung und Fremdheit. Als Kind erlebt sie den Kosovokrieg aus der Ferne, in Deutschland. Verwandte und Freunde der Eltern leben noch im Kosovo. Die Autorin schreibt über das Leid der Menschen der albanischen Bevölkerung im Kosovokrieg. Der Großvater verschwindet und es bleibt eine Leerstelle.

„Wenn man mich fragt, woher ich ursprünglich komme, möchte ich antworten: Ich komme von einem Ort, der verwüstet worden ist. Ich wurde in einem Haus geboren, das niederbrannte. Ich hörte Schlaflieder in einer Sprache, die unterdrückt wurde. Ich möchte antworten: Ich komme aus der Sprachlosigkeit.“

Um Leerstellen und Sprachlosigkeit geht es in dem Roman. Das erklärt auch den Titel des Textes. "Ë" ist ein stummer Buchstabe des albanischen Alphabets. Am Ende eines Wortes verändert der lautlose Buchstabe aber die Bedeutung des Wortes.

Mit ruhiger, zurückhaltender und präziser Sprache schafft Jehona Kicaj ein Roman gegen das Vergessen und gibt Vermissten und Verstorbenen eine Stimme. Die toll gewählten Bilder und die Komposition der Fragmente haben mir besonders gut gefallen.

Das Buch stand berechtigterweise auf der Shortlist des deutschen Buchpreises, der besondere Text hat mich sehr beeindruckt. Ein Monatshighlight und eine dringende Leseempfehlung.

Vielen lieben Dank an @netgalley.de für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

E von Jehona Kicaj, Wallstein Verlag, 176 Seiten

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Der Gesang der Berge

von Nguyen Phan Que Mai

Mein Leseeindruck:

Ich habe den Roman gemeinsam mit vielen Mitlesenden bei @frauenerlesendiewelt gelesen. Die Lektüre hat mich teilweise sehr herausgefordert und ich war froh, die Geschichte in einer Leserunde gelesen zu haben. Es war ein intensives Leseerlebnis, bei dem ich viel über die Geschichte Vietnams gelernt habe.

 

Aber worum geht es? Die Geschichte spielt in den frühen 1970er Jahren in Hanoi: Die jugendliche Huʾoʾng wächst bei ihrer Großmutter auf. Ihr Vater wird auf den Schlachtfeldern vermisst und ihre Mutter versucht ihn zu finden.

Die Großmutter erzählt ihrer Enkelin die Familiengeschichte – von friedvollen Jahren auf dem Land, Landreformen, Fremdherrschaft, Krieg und Flucht.

Durch diese abwechselnde Erzählweise wird die Vergangenheit mit der Gegenwart verwoben.

Sprachlich hat mir der Roman sehr gut gefallen. Die Sprache im Buch ist zugänglich, poetisch und bildgewaltig. Die Sprache steht oft im Gegensatz zu den grausamen Ereignisse, die geschildert werden. Das Grauen zum Beispiel im Vietnamkrieg wird zwar plastisch dargestellt aber ohne zu brutal oder explizit zu werden.

Mich hat beeindruckt, wie der Roman nicht nur historisch informiert, sondern das persönliche Leid konkret macht. Ich musste stellenweise Pausen einlegen, weil das Geschilderte so bedrückend war.

Das versöhnliche Ende war gut gewählt und weist in eine hoffnungsvollere Zukunft.

Der Gesang der Berge ist ein Roman über starke Frauen und macht eindrücklich deutlich, wie sehr die Geschichte Familien formt. Er ist literarisch wunderbar geschrieben, atmosphärisch bedrückend und  erzählt von Figuren, die ich nicht so schnell vergessen werde.

 

Eine absolute Leseempfehlung für alle!

 

Der Gesang der Berge von Nguyen Phan Que Mai, Inselverlag, 429 Seiten

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Couscous mit Zimt

von Elsa Koester

Mein Leseeindruck:

Im Juli haben wir im digitalen Buchclub @frauenerlesendiewelt die Region Nordafrika ausgelost und haben uns entscheiden, Couscous mit Zimt aus Tunesien zu lesen. Ich hatte den Roman vorher noch nie gesehen und war sehr gespannt. Das Debüt von Elsa Koester erschien bereits 2020.

In dem einfühlsamen Familienroman wird die Geschichte dreier starker Frauen erzählt. Es geht in der Erzählung um Heimatverlust, Identitätssuche und transgenerative Traumata.

Großmutter Lucile, Mutter Marie und Tochter Lisa erzählen  in den Kapiteln abwechselnd die Familiengeschichte.

Die Französin Lucille lebt mit ihren Töchtern Marie und Solange in Tunesien und kehrt später nach der Zwangsumsiedlung nach Paris zurück.

Nicht nur die Zeiten und Erzählperspektiven wechseln, sondern die Lesenden pendeln in der Geschichte auch zwischen Tunis, Paris und Berlin.

Der Roman beginnt mit Lisa, die nach Paris reist, um die Wohnung der Großmutter Lucile auszuräumen und zu verkaufen. Die Großmutter war erst kürzlich verstorben. Dabei muss sie den Tod ihrer Mutter noch verarbeiten, die vor ein paar Wochen verstorben ist.

Danach wechselt die Perspektive und Zeit immer wieder hin und her. Ich konnte der Geschichte sehr gut folgen. Die drei Frauen aus den unterschiedlichen Generationen erinnern sich sehr unterschiedlich an gemeinsame Erlebnisse und Ereignisse.

 

Der Roman ließ sich fleißig lesen.  Leichte und detailreiche Schilderungen von Gerichten, Landschaften und Erinnerungen werden immer wieder mit erschreckenden und schweren Themen geschickt von der Autorin kombiniert.

Auch wenn das Buch wenig in Tunesien gespielt hat. Die Kolonialgeschichte eher aus Sicht der französischen Tunesierinnen erzählt, die nach der Unabhängigkeit von Tunesien nach Frankreich zurückkehren mussten und so heimatlos geworden sind, hat mir das Buch gut gefallen. Eine Leseempfehlung auch aus der Leserunde!

 

Couscous mit Zimt von Elsa Koester, Frankfurter Verlagsanstalt, 448 Seiten

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Die Frau als Mensch

von Ulli Lust

Mein Leseeindruck:

Ein wundervoll gezeichneter und interessanter Sachcomic über die frühe Menschheitsgeschichte.

Für Laien ermöglicht der Comic einen leichten Einstieg in die Menschheitsgeschichte in der Steinzeit.

Es rückt das schiefe Bild über die Frauen in der frühen Steinzeit  zurecht, dass durch die patriarchale Sichtweise der Forschung in den letzten Jahrhunderten korrigiert.

Wissenschaft gut fundiert, wird in dem Comic ein Einblick gegeben in die neusten Forschungsergebnisse zur Kunst, Leben, Rollenverteilung der Geschlechter und Familienstrukturen in der Steinzeit. Forschung über die Vergangenheit zeigt auch immer die Brille der Forscher, das hat Ulli Lust sehr gut herausgearbeitet. Die Sachinformationen scheinen ausführlich dargestellt und akribisch recherchiert.

Ulli Lust stellt gekonnt dar, dass sich das Bild des frühen Menschen und auch das des Neandertalers/ der Neandertalerin gewandelt hat: Kooperation und Empathie war für die Jäger*innen und Sammler*innen viel wichtiger als Aggression und Konkurrenz.

Die wundervollen Zeichnungen lockern die Seiten auf und illustrieren gekonnt die Sachinformationen. Die Zeichnungen haben mir außerordentlich gut gefallen.

Durch die kurzen Texte sind die Informationen gut portioniert und das Lesen bzw. Betrachten hat mir große Freude bereitet.

 

Ich freue mich auf Band 2, eine klare "Leseempfehlung"!

 

Die Frau als Mensch von Ulli Lust, Reprodukt Verlag, 256 Seiten

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Lázár

von Nelio Biedermann

Mein Leseeindruck:

Lázár ist eine rasant erzählte Familiensaga, die eine ungarische Adelsfamilie über drei Generationen begleitet. Der Roman hat mir viel Neues über die ungarische Geschichte erzählt.

Der Text beginnt mit der Geburt des Sohnes von Lajos von Lázár. Die Niederkunft findet im Waldschloss der ungarischen Adelsfamilie, zu Beginn des 20. Jahrhunderts statt. 

Über drei Generationen hinweg wird episodenhaft die Familiengeschichte erzählt. Es geht um Macht, Herkunft, persönliche Abgründe und Konflikte. Die großen historischen Umwälzungen verändern das Leben der Lázárs grundlegend. Der Autor schafft es das Private mit den politischen Veränderungen zu verbinden und gekonnt darzustellen.

Die Handlung ist von der Familiengeschichte des Autors inspiriert, ungarische Adlige, die ebenfalls in die Schweiz flohen.

In dichter und bildhafter Sprache erzählt der Autor Nelio Biedermann von den Veränderungen in der adeligen Familie. Durch die Sprache schafft der Autor eine bedrohliche Atmosphäre - ein Waldschloss im Dämmerlicht, Schattenräume voller Geheimnisse, klirrendes Porzellan, staubige Nischen, flackernde Feuer zwischen Politik und Familiengeheimnissen. Stellenweise war mir die Sprache etwas zu überladen.

Für eine Familiensaga hat der Roman verhältnismäßig wenig Seiten. Einige Figuren bleiben schemenhaft, trotz rasanter Erzählweise und vielen Momenten, in denen man die Protagonisten beobachtet. Ich hätte mir mehr inneres Erleben gewünscht um näher bei den Figuren sein zu können.

Lázár ist ein lehrreiches, spannendes und toll erzähltes Buch. Den Autor werde ich im Auge behalten. Wenn Nelio Biedermann so weiterschriebt, können wir noch was vom ihm erwarten.

Vielen lieben Dank an @vorablesen für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 

Lázár von Nelio Biedermann, Rowohlt Berlin, 336 Seiten

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