von Kristin Valla
Mein Leseeindruck:
Das Haus über dem Fjord lag bei mir auf der RACHE des SUB und ich habe es endlich befreit.
Die Geschichte beginnt mit einer schmollenden Elin, die sich weigert, ein Kleid auf eine Familienfeier anzuziehen. Sie bleibt mit ihrer Mutter zu Hause, in einen abgelegenen Haus hoch über dem Fjord. Ihr Vater und ihre beiden älteren Brüder fahren. Auf dem Rückweg werden sie von einem Erdrutsch ins Meer gerissen und sterben.
20 Jahre später kommt Elin zurück in den Norden Norwegens um ihr Elternhaus nach dem Tod der Mutter Wencke zu verkaufen. Mittlerweile arbeite sie als Modejournalistin in Oslo. Die Mutter hatte im Haus über dem Fjord alles aufgehoben und das Haus zum Museum gemacht. Ein geerbtes Haus, in dem die Protagonistin ein Geheimnis vermutet. Elin jedoch stößt tatsächlich auf rätselhafte Ereignisse kurz vor dem Tod ihres Vaters.
Und Elin spürt, dass sie dieses Geheimnis lüften muss, um endgültig mit sich und allem anderen ins Reine zu kommen.
Ein Romanklischee, ja, aber ein unerwartetes, das mich überrascht hat.
„Wer unsere Eltern wirklich waren, werden wir vielleicht nie erfahren. Aber wer sie für uns sind, entscheiden wir zum Glück selbst.“
In ihrem Heimatdorf begegnet sie ihrer ersten großen Liebe Ola. Einzig Ola, enger Freund ihres Bruders Vegard, schien als Jugendlicher einen Zugang zu ihr und ihrer Trauer finden können.
Die norwegische Landschaft und der Bergbau nehmen einen größeren Raum in der Geschichte ein und die Naturbeschreibungen haben mir gut gefallen.
Die Geschichte entfaltet sich anfänglich sehr leise, etwas langatmig und fast zurückhaltend. Ab der Hälfe wurde die Erzählung für mich spannender. Ich habe das Buch gerne gesehen, auch wenn das Ende sehr konstruiert erscheint.
Die Charaktere sind von der Autorin fein gezeichnet, mit einer spürbaren inneren Tiefe. Ihre Entwicklungen verlaufen nicht geradlinig, sondern realistisch und nachvollziehbar. Sprachlich fand ich das Buch sehr bodenständig und gut zu lesen.
Ein stiller Roman, der von Trauer, Neuanfängen, Selbstfindung und Familiengeheimnissen erzählt.
Das Haus über dem Fjord von Kristin Valla, übersetzt von Gabriele Haefs, MareVerlag, 320 Seiten
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