von Alison Espach
Mein Leseeindruck:
Alison Espach erzählt in The Wedding People eine lebensbejahende, warmherzige und humorvolle Geschichte über Verlust, Einsamkeit, Neuanfänge und die unerwarteten Begegnungen, die uns manchmal genau im richtigen Moment auffangen.
Im Mittelpunkt steht Phoebe, die eigentlich mit ihrem Leben abgeschlossen hat. Nach dem Ende ihrer Ehe und einer aussichtslosen Karriere als Dozentin für englische Literatur an einem College, beschließt sie ihr Leben zu beenden. Sie will im "Cornwall Inn", weit weg von ihrem Zuhause, sich noch ein letztes Abendessen gönnen und dann landet sie ausgerechnet in einem luxuriösen Hotel voller Hochzeitsgäste.
Was zunächst nach einer eher ungewöhnlichen Ausgangssituation klingt, entwickelt sich schnell zu einer sehr netten Geschichte mit Situationskomik, skurrilen und überzeichneten Situationen und erstaunlich präzisen Beobachtungen. Alison Espach erzählt stellenweise mit intelligentem Witz, der ganz britisch wirkt. Da kann man glatt vergessen, dass die Autorin Amerikanerin ist.
Die Geschichte ist ruhig und feinfühlig erzählt mit einer Prise Humor, die die ernsteren Themen immer wieder auflockert.
Die Figuren wirken echt. Sie sind nicht perfekt, nicht immer sympathisch, aber genau deshalb so greifbarer.
Die Handlung entfaltet sich gemächlich. Es geht weniger um große Wendungen sondern um das langsame Begreifen, dass das Leben auch weitergeht, oft anders als geplant.
Gestört hat mich, dass die Protagonistin natürlich einen rettenden Mann zur Seite gestellt bekommt. Erfreulicherweise nicht ganz so plump erzählt, aber trotzdem für mich ein Punkt, der mich gestört hat.
Man bekommt eine hoffnungsvolle Geschichte mit etwas Tiefgang, die mir aber wenig im Kopf geblieben ist.
Wedding People von Alison Espach, übersetzt von Verena Ludorff, Lübbe Verlag, 480 Seiten
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