Reservoir Bitches

Veröffentlicht am 1. Mai 2026 um 18:24

von Dahlia de la Cerda

Mein Leseeindruck:

Reservoir Bitches: Roman in Storys. Genau genommen ein Roman mit 13 Erzählungen, die teilweise miteinander verknüpft sind. Die Erzählungen zeichnen ein kompromissloses und schonungsloses Bild der mexikanischen Gesellschaft. Die Erzählungen drehen sich um Gewalt, die in Mexiko Frauen angetan wird.

Das erste Kapitel erzählt die Geschichte einer Abtreibung, in den folgenden Texten geht es unter anderem um Drogen, Mord, Eifersucht und Gewalterfahrungen.

Die Themen sind hart und die Sprache nimmt dies auf - umgangssprachlich, derb, roh, radikal und rotzig. Die Sprache und auch die Themen sind nichts für zwischendurch. Wer sensibel auf Gewalt oder sehr direkte Ausdrucksweisen reagiert, sollte hier vielleicht eher vorsichtig sein.

Die Charaktere sind laut, unangepasst, teilweise brutal – aber eben auch spannend, weil sie sich nicht in typische Rollen pressen lassen. Einige Frauenfiguren schienen auch übertrieben und überzeichnet dargestellt. Alle Frauen in den Erzählungen behalten, bei allem was ihnen widerfährt, ihre Würde und Widerständigkeit.

Beeindruckt hat mich, dass Frauen aus unterschiedlichen Milieus, Berufen, Lebensentwürfen erzählt werden, jede mit ihrer eignen Stimme und Ausdrucksweise.

Es gibt viele Dialoge, die fast schon filmisch wirken. Dadurch fliegt man zwar durch die Seiten, aber gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen ein bisschen mehr Tiefe gewünscht.

Ein lesenswertes Debüt.

Reservoir Bitches von Dalia de la Cerda, übersetzt von Johanna Malcher, 184 Seiten, culturebooks

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