Die Rettung

Veröffentlicht am 11. April 2026 um 19:00

von Charlotte McConaghy

Mein Leseeindruck:

In "Die Rettung" befasst sich Charlotte McConaghy mit Umweltthemen. Eine fiktive einsame Insel zwischen Australien und der Antarktis droht auf Grund des Klimawandels und des daraus resultierenden Meeresspiegelanstiegs unterzugehen. Auf der Insel befindet sich eine kleine Forschungsstation, ein Leuchtturm und ein Saatgutbunker. In diesem Bunker sind Samen vieler seltener Pflanzen der Welt eingelagert.

Im Mittelpunkt steht Dominic Salt, der mit seinen drei Kindern auf dieser abgelegenen Insel lebt. Die kleine Forschungsstation dort wird bald aufgegeben, denn das Meer steigt und das Wetter auf der Insel wird immer unberechenbarer. Doch bevor die Familie das Eiland endgültig verlassen kann, wird in einer Sturmnacht eine schwer verletzte Frau an die Küste gespült.

Was mir an dem Roman gefallen hat, ist vor allem seine Atmosphäre. Die Autorin erzählt von einer Landschaft, die gleichermaßen wunderschön und bedrohlich wirkt. Das tosende Meer, die steilen Klippen, die Tierwelt und die Einsamkeit der Insel werden lebendig beschrieben.

Auch die Figuren tragen viel zur Intensität der Geschichte bei. Erst nach und nach erfährt der Lesende die Geschichten der Figuren. Dominic, der Vater, der versucht, seine Kinder zu schützen und ihnen gleichzeitig Freiheit zu lassen. Die drei Geschwister wiederum haben ganz eigene Wege, mit der Isolation der Insel und der nahenden Veränderung umzugehen. Mit der geheimnisvollen Fremden entsteht schließlich eine Dynamik, die das fragile Gleichgewicht der Familie ins Wanken bringt. Auf die Liebesgeschichte im Text hätte ich gut verzichten könnten.

Ein atmosphärischer Roman über Familie, Natur und moralische Entscheidungen. Irgendetwas zwischen Naturroman, Krimi und Familiengeschichte.

Die Rettung Von Charlotte McConaghy, übersetzt von Jan Schönherr, S.Fischer Verlag, 368 Seiten

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