Der Fluch der Falodun Frauen

Veröffentlicht am 21. Mai 2026 um 16:45

von Oyinkan Braithwaite

Mein Leseeindruck:

Im Roman "Der Fluch der Falodun Frauen" verwebt die Bestsellerautorin Oyinkan Braithwaite eine tragische Familiengeschichte mit Kritik an der nigerianischen Gesellschaft und Magie. Der Roman verbindet Elemente des magischen Realismus mit einer Familiengeschichte über transgenerative Traumata.

Es geht um drei Generationen der Falodun Frauen, die auf Grund eines Fluches nicht in der Lage sind, ihre Männer zu behalten und Unglück über die Frauen der Familie bringen soll. Die Frauen leben zusammen in einem Haus in Lagos.

Der Roman beginnt mit Eniiyi, die am Tag der Beerdigung ihrer Tante Monife geboren wird. Die Familie betrachtet sie als deren Reinkarnation. Eniiyi wächst mit ihrer Mutter Ebun bei ihrer Großmutter und Großtanten auf. Der Fluch und dessen Auswirkungen bestimmen ihren Alltag. Die Frauen gehen unterschiedlich damit um. Die Frauen der Familie suchen alle ihre eigenen Weg zwischen Liebe, Verlust, Hoffnung und Widerstand.

Durch die vielen Protagonistinnen ist es mir manchmal schwer gefallen, den Überblick zu behalten. Die Figuren wirken trotzdem authentisch und vielschichtig, bleiben aber aus Distanz zu mir.  Manche Passagen ziehen sich etwas in die Länge, doch insgesamt bleibt der Roman atmosphärisch und packend.

Braithwaites Erzählstil ist klar, direkt und zugleich poetisch, wodurch die Geschichte trotz ihrer düsteren Themen sehr unterhaltsam bleibt. Stellenweise war mir die Sprache dann doch etwas zu kitschig.

Wer sich aber spannende Einblicke in die nigerianische Kultur und Yoruba-Traditionen wünscht, ist hier genau richtig.

 

Der Fluch der Falodun Frauen von Oyinkan Braithwaite, übersetzt von Yasemin Dincer, 433 Seiten, Blumenbar 

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