von Tara Menon
Mein Leseeindruck:
Ich wollte unbedingt das Buch lesen, da es in Thailand spielt und das Meer eine Rolle dabei spielt. Unter Wasser ist ein leiser, eindringlicher Roman über Freundschaft, Trauer und die Kraft der Erinnerung.
Bereits nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, gemeinsam mit der Ich-Erzählerin Marissa in die warmen Gewässer Thailands einzutauchen, den Salzgeruch in der Luft wahrzunehmen und die faszinierende Unterwasserwelt, vor allem die Korallenriffe und Mantarochen, mit eigenen Augen zu sehen. Der Roman hat mich mit seinen wundervollen Naturbeschreibungen fasziniert. Gleichzeitig schwebt über der gesamten Geschichte eine unterschwellige Melancholie.
Im Mittelpunkt steht Marissa, die nach dem frühen Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater nach Thailand zieht. Dort lernt sie Arielle kennen, und zwischen den beiden Mädchen entsteht eine tiefe Freundschaft. Gemeinsam verbringen sie ihre Kindheit und Jugend am Meer. Als Lesende begleitet man die beiden beim Aufwachsen.
Doch die Ereignisse des Tsunamis von 2004 verändern alles und hinterlassen Spuren, die Marissa auch Jahre später nicht loslassen. Die Handlung bewegt sich zwischen ihrer Kindheit in Thailand und ihrem Leben als Erwachsene in New York, wo sie sich erneut mit einer Naturkatastrophe konfrontiert sieht. Ein gefährlicher Hurrikan ist angekündigt. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen hat für mich sehr gut funktioniert.
Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre des Romans. Tara Menon gelingt es, die Schönheit und gleichzeitig die Unberechenbarkeit des Meeres auf eindrucksvolle Weise einzufangen.
Wer jedoch Geschichten über Freundschaft, Verlust und das Weiterleben nach traumatischen Erfahrungen schätzt, findet in diesem Roman eine berührende Lektüre.
Unter Wasser von Tara Menon, übersetzt von Simone Jakob, 208 Seiten, Dumontverlag
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